Weniger mitnehmen oder “Taschen wie aus Luft”

in Minimalismus & Simplify, via mnmlist

Original-Artikel “carry less, or pockets like air” von Leo Babauta, Zen Habits & mnmlist
in deutscher Übersetzung von Thomas Bagusche. Folge mir auf Twitter.

 

Wieviel schleppst Du jeden Tag mit Dir herum?

Das ist etwas worüber wir nicht oft nachdenken, aber jedes Teil, das wir mit uns herumtragen ist eine kleine Last und diese kleinen Lasten addieren sich auf.

Sie tragen zu unserer allgemeinen Erschöpfung bei und sie sind eine weitere Sache, über die man sich Gedanken machen sollte, denn wenn wir zu viel mit uns herumtragen, kann das tatsächlich Rückenprobleme verursachen.

Das ist etwas, das ich in meinem Leben außerordentlich verbessert habe. Vor ein paar Jahren habe ich damit begonnen, als ich beschlossen habe mich zu bemühen, weitestmöglich als Minimalist leben.

Wie Robert Daeley in einem alten Artikel sagte, Zen-Taschen:

“Im Geiste von GTD (Getting Things Done), in welchem Du versuchst Deinen Kopf von überflüssigem Müll und Sorgen zu entleeren, so dass Du Dich auf die zu erledigende Aufgabe kreativ konzentrieren kannst, lass uns einen Blick auf unseren Ballast werfen, um zu sehen, ob wir uns nicht ein wenig von unserer täglichen Sisyphus-Kleidung lösen können. Geist wie Wasser? Begegne Taschen wie Luft.”

Lass uns herausfinden, wie wir zu Taschen wie Luft kommen.

Was Menschen normalerweise mit sich führen
Was ist in Deinen Hosentaschen, Portmonee, Handtasche, Aktentasche? Was lädst Du Dir alles auf, bevor Du Deine Wohnung verlässt? Einige Beispiele von Dingen, welche die Leute unter anderem mitnehmen:

  • Portmonee/Brieftasche mit Geld, vielen Karten, Rabattkarten, etc.
  • Täschen mit Körperpflege-Artikeln, Makeup, Papiertaschentücher, Adressbuch, etc.
  • Laptop mit Kabeln und Zubehör
  • Aktentasche/-koffer mit Akten und Papieren
  • Handy, PDA, iPhone oder andere mobile Geräte
  • Rucksack
  • Bücher
  • Schlüssel
  • Notizbuch
  • Stift(e)
  • Taschen-Organizer oder Hipster PDA
  • Uhr
  • Hygiene-Artikel
  • Kaffeebecher
  • Lunch-Paket
  • Eine Ausstattung von Zeug wie Snacks, Taschentücher, Pflaster, etc.
  • Batman-Gürtel

OK, das Letztere gilt nur für Batman, aber die anderen sind, einige Dingen mehr oder weniger, ziemlich weit verbreitet. Ich habe auch einmal die meisten dieser Dinge bei mir geführt.

Meine Minimalisten-Taschen
Heutzutage habe ich es auf auf etwas ziemlich Simples reduziert:

  • Handy (kein iPhone – es telefoniert nur, und kann weder E-Mail noch Internet)
  • Schlüssel – wenn ich tatsächlich nicht fahre, nehme ich lediglich die Fernbedienung für die Zentralverriegelung des Autos mit, nicht die Schlüssel
  • dünne “Brieftasche” – tatsächlich nur ein Moneyband mit Personalausweis, Bankkarte und Bargeld

Und das ist alles. Manchmal nehme ich ein Buch mit, ein anderes mal, wenn ich vorhabe etwas zu schreiben, ein Notizbuch oder ein Laptop in einem Rucksack. Es hängt davon ab, wie meine Pläne sind. Du wirst bemerken, dass ich nicht viele elektronische Geräte bei mir trage (ich nehme den Laptop nur ein- oder zweimal pro Woche mit), ich trage keine Uhr, ich habe nicht viel in meiner “Brieftasche”, ich habe überhaupt keine Haarpflege-Artikel bei mir (natürlich ist dabei mein rasierter Kopf hilfreich).

Wie ich zum Minimalist wurde
Ich bin nicht über Nacht an diesem Punkt angelangt. Ich habe diesen Weg geschafft, indem ich meine Bedürfnisse reduziert habe und indem ich jeden Gegenstand geprüft habe, um herauszufinden, ob es für mich notwendig ist, das Teil mitzunehmen.

1. Bedürfnisse reduzieren. Wie ich erwähnte, bedeutete die Entscheidung meinen Kopf zu rasieren, dass ich gar keine Haarpflege-Produkte mehr benötige. Jetzt sage ich nicht, Du musst Deinen Kopf rasieren, aber denke darüber nach, Wege zu finden, um durch Vereinfachung Deinen Bedarf an solchen Produkten zu reduzieren. Ich habe auch beschlossen, dass ich keine Uhr brauche, (1) weil ich es bevorzuge, mir nicht so viel Sorgen um die Zeit zu machen und (2) falls ich die Uhrzeit wissen muss, kann ich auf meinem Handy nachschauen. Ich habe beschlossen, dass ich kein Smartphone, wie ein Blackberry oder iPhone brauche. Obwohl es schön wäre unterwegs meinen E-Mail-Eingang zu kontrollieren oder etwas online zu recherchieren, würde ich diese konstante Ablenkung doch lieber nicht haben wollen. Ich liebe es im Moment zu leben, speziell, wenn ich mit meiner Frau, den Kindern oder einem Freund zusammen bin. Ich mag es nicht gestört oder unterbrochen zu werden. Denke über Deine Bedürfnisse nach und ob es wirklich Bedürfnisse sind und ob sie reduziert oder gar eliminiert werden können.

2. Unterziehe jeden Gegenstand diesem Test. Prüfe jeden Gegenstand, den Du mit Dir nimmst und ob Du ihn wirklich jeden Tag benutzt. Falls nicht, nimm diese Dinge nur an den Tagen mit, wenn Du sie brauchst. Wenn Du eine Aktentasche mit dir trägst, voll mit Akten, in die Du nie hineinschaust, warum solltest Du sie dann hin- und hertragen? Warum speicherst du eigentlich Deine Dokumente nicht auf Deinem Computer und greifst einfach von überall online auf  sie zu? Falls Du eine Handtasche oder eine Kuriertasche dabei hast, führe jedes Teil in der Tasche durch diesen kritischen Test: Benutzt Du es wirklich die ganze Zeit? Brauchst Du es wirklich? Falls nicht, denk darüber nach, das Teil zu Hause zu lassen und wenn Du Dich nicht dazu entschließen kannst, lege die Sachen in Dein Handschuhfach, so brauchst Du sie nicht herumzutragen. Ich habe das eine Zeit lang so gemacht, nur um mich sicher zu fühlen und bin schließlich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich diese Gegenstände nicht immer brauchte.

Sei leicht
Es ist schön ohne Dinge umherzugehen, die Dich herunterdrücken. Es ist weniger belastend. Du fühlst Dich leicht und frei.

Es hat etwas Friedvolles ohne diese Ablenkungen herumzuspazieren. Du kannst Dich auf die wunderbare Welt um Dich herum konzentrieren. Du kannst Dich ohne Störungen mit einem Freund oder einem Familienmitglied unterhalten. Du kannst ohne Ablenkungen kreativ arbeiten.

Gehe leicht und sei leicht in Deinem Herzen.