Zen-Geist: Wie man entrümpelt

in Gewohnheit & Tugend, Organisation & Produktivität, via zenhabits

Eines der Dinge, die mir den meisten Frieden geben, ist ein sauberes, einfaches zu Hause. Wenn ich morgens aufwache und in ein Wohnzimmer gehe, das aufgeräumt ist, das minimalistisch aussieht und in dem kein Gerümpel herumliegt, dann gibt es da eine Ruhe und Freude, die mein Herz erfüllt.

Wenn ich andererseits in ein Wohnzimmer gehe, das überall mit Spielzeug, Büchern und mit anderen Dingen vollgestopft ist, ist das Chaos und mein Geist ist verzweifelt.

Ich bin jetzt seit Jahren (wahrscheinlich 8-9 Jahre) ein Vereinfacher (Simplifier) und Entrümpler (Declutterer) und ich bin ziemlich gut darin geworden, trotzdem habe ich herausgefunden, dass man ab und an zurückkehren muss, um seine Unordnung zu überdenken.

Hier sind meine Top-Entrümpelungs-Tipps:

Mach es in kleinen Schritten. Nimm Dir 15 Minuten Zeit, um nur ein Regal aufzuräumen und wenn dieses Regal erledigt ist oder die 15 Minuten um sind, feier Deinen Erfolg. Gehe dann am nächsten Tag für 15 Miunten ein anderes Regal an. Einen ganzen Schrank oder einen ganzen Raum zu erobern kann überwältigend sein und Du könntest es für immer aufschieben. Wenn das der Fall ist, mach es einfach in Baby-Schritten.

Nimm Dir ein paar Stunden Zeit, um aufzuräumen. Das mag zu dem oben genannten Tipp gegensätzlich scheinen…und das ist es auch. Es ist einfach eine andere Strategie und ich sage, mach das, was auch immer für Dich funktioniert. Manchmal ist es für mich gut, mir einen Teil des Vormittags oder einen ganzen Samstagvormittag dafür zu reservieren, einen Schrank oder einen Raum aufzuräumen. Ich mache dann alles auf einmal und wenn ich es erledigt habe, fühlt sich das fantastisch an.

Nimm alles auf einmal aus dem Regal oder der Schublade. Welche der beiden oben genannten Strategien Du auch immer wählst, Du solltest Dich jeweils zu einer Zeit nur auf eine Schublade oder ein Regal fokussieren und sie komplett entleeren. Dann reinige das Regal oder die Schublade. Nimm dann den Haufen und sortiere ihn (siehe nächster Tipp) und räume das wieder ein, was Du behalten willst. Dann nimm das nächste Regal oder die nächste Schublade in Angriff.

Sortiere Deinen Haufen durch, ein Teil nach dem anderen und treffe schnelle Entscheidungen. Leg Dir einen Müllbeutel und eine Spenden-Box bereit. Wenn Du alles aus den Regal oder der Schublade rausnimmst, sortiere den Haufen Stück für Stück. Nimm ein Teil und treffe Entscheidungen: wegschmeißen, weggeben oder behalten. Lege es nicht wieder zurück auf den Haufen. Mach das mit jedem Stapel und bald wirst du es geschafft haben. Wenn Du den Stapel durchsortierst  und nochmals sortierst, wird es ewig dauern. Stelle oder lege nur das in das Regal oder die Schublade zurück, was Du behalten willst und arrangiere es nett.

Sei gnadenlos. Du bist vielleicht ein Sammelwütiger (Pack Rat), aber die Wahrheit ist, Du wirst das meiste von dem Krempel, den Du angehäuft hast, niemals nutzen. Wenn Du es im letzten Jahr nicht benutzt hast, dann weg damit! Es ist genau so einfach, wie es ist. Wenn Du etwas nur ein oder zweimal im letzten Jahr benutzt hast und Du aber weißt, dass Du es im nächsten Jahr nicht benutzen wirst, dann weg damit. Wenn es nicht zu retten ist, schmeiß es weg und gib weg, wenn jemand anderes es noch benutzen kann.

Papiere? Sei gnadenlos, außer sie sind wichtig. Magazine; Kataloge; Werbepost; Rechnungen, die älter als ein Jahr alt sind; Notizen für Dich selbst oder von anderen; alte Arbeitsunterlagen…schmeiß es weg! Die einzige Ausnahmen sind für die Steuer relevante Unterlagen, die man sieben Jahre aufbewahren sollte und andere wichtige Dokumente, wie Garantien; Geburts-; Heirats- und Sterbe-Urkunden, Versicherungen, Testamente und sonstige wichtige Dokumente, wie diese. Du wirst sie aber erkennen, wenn Du sie siehst. Ansonsten, schmeiß es weg!!!

Wenn Du bei vielen Dingen zwischen den Stühlen sitzt, lege Dir eine “Vielleicht”-Box an. Wenn Du es nicht ertragen kannst, etwas wegzuschmeißen, weil du es vielleicht später noch brauchen könntest, lege es in diese Kiste und verschließe und beschrifte sie und stell sie außer Sichtweite an einen Abstellplatz (Garage, Speicher, Schrank). Wahrscheinlich wirst Du diese Box nie wieder öffnen. Wenn das der Fall ist, hole sie nach sechs Monaten oder einem Jahr hervor und schmeiß die Sachen weg oder gib sie an jemand anderen weiter.

Schaffe Dir ein System, um das Anhäufen von Unordnung zu vermeiden. Es gibt einen Grund, dass Du überall große Stapel von Papieren und große Haufen von Spielzeug, Büchern und Kleidung hast. Es ist, weil Du kein regelmäßiges System hast, um die Dinge an ihrem Platz zu halten und die Sachen, die Du nicht brauchst, wegzuschmeissen. Das ist ein Thema für einen anderen Tag, aber es ist etwas, um darüber nachzudenken, wenn Du entrümpelst. Du wirst darin nie perfekt werden, aber wenn Du intelligenter darüber nachdenkst, wie Deine Wohnung in Unordnung gerät, kannst Du vielleicht so Wege finden, um zu verhindern, dass es wieder passiert.

Feiere es, wenn Du es geschafft hast! Das ist tatsächlich eine allgemeine Lebensregel: Feier immer Deine Leistungen, egal wie klein. Auch wenn Du nur eine Schublade aufgeräumt hast, ist das großartig. Spendiere Dir selbst etwas Leckeres. Öffne diese Schublade (oder den Schrank, oder was auch immer) und bewundere ihre Schlichtheit. Atme tief und sei Dir darüber bewusst, dass Du etwas Gutes geschafft hast. Sonne Dich in Deinem Frieden.

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Der Original-Artikel Zen Mind: How to Declutter von Leo Babauta wurde am 28. Januar 2007 veröffentlicht. Deutsche Übersetzung von Thomas Bagusche. Folge mir auf Twitter.
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